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Feng Shui

Spy vs Spy.

Lieber Chef. Mein Name ist Ursula Klingenberg, bin 51 Jahre alt und arbeite nun mehr seit 30 Jahren als Chefsekretärin in einem Steuerberatungsbüro. Was ist nun mein Anliegen? Ich war jetzt mal in so einem Weekend-Crash-Kurs für Feng Shui. Sie wissen schon, diese über 3000 Jahre alte Wissenschaft aus China, die ursprünglich von Priestern praktiziert wurde. Ich bin immer noch total begeistert von diesem Kurs und meinen Eindrücken dieser Harmonie- und Energielehre, die dem Menschen hilft, den eigenen Lebensraum zu optimieren. Und jetzt ist es so, dass ich gerne das Steuerberatungsbüro genau nach dieser Lehre „umgestalten“ möchte. Stellen Sie sich vor, jeder Himmels- und Zwischenhimmelsrichtung wird im Feng Shui ein bestimmter Lebensbereich zugeordnet. Also so z.B. Norden = Karriere, Süden = Ruhm, Anerkennung und Zentrum (Tajchi) = Gesundheit usw. Das wäre doch noch was, wenn wir allein durchs Umstellen der Tische mehr Kunden generieren, weniger erkranken und unser Lehrling (Simon, der hats nicht so mit der Intelligenz) endlich die Abschlussprüfung schaffen würde. DAS Problem ist natürlich, meinen Chef, Herr Beer, davon zu überzeugen. Herr Beer ist alles, nur nicht offen für Neues. Im Gegenteil, er hat das Büro von seinem ehrenwerten Herrn Papa 1:1 übernommen und wir arbeiten sozusagen noch im 70iger Jahre Charme. Fällt Ihnen vielleicht ein, wie ich Ihn bewegen kann, einer Generalüberholung des Büros zuzustimmen? Freue mich von Ihnen zu lesen (bitte nicht auf die Geschäftsemail, sondern auf die hier antworten), mit hoffnungsvollen Grüssen, Ihre Ursula Klingenberg

Liebe Frau Klingenberg

Ich gratuliere Ihnen herzlich. Dreissig Jahre im selben Büro. So treu sind sonst nur die japanischen Fabrikarbeiter bei Toyota. Das weiss auch Ihr Chef, Herr Beer. Und bestimmt wird er diesen Umstand, gerade weil er Bewährtes schätzt, auch entsprechend würdigen. Vielleicht weiss er nur noch nicht so recht wie.

Und das ist Ihre Chance, ihn auf das Thema Weiterbildung anzusprechen. Da traut sich kaum ein Chef Nein zu sagen. Man will den Mitarbeitern ja nicht den Weg verbauen. Erst recht nicht, nachdem sie 30 Jahre loyal zu einem gehalten haben.

Sagen Sie Herrn Beer, Sie hätten da einen spannenden Kurs besucht und würden das Thema gerne weiterverfolgen. Gut möglich, dass Sie auf Geschäftskosten bald einen zweiten Kurs «Mehr Umsatz und Erfolg mit Feng Shui» besuchen, der praxisnahe Hausaufgaben beinhaltet. Wie zum Beispiel das Büro farblich nach dem Bagua-Raster zu gestalten.

Wenn das nicht hilft, gibt es noch den Geographiebücher-Trick. Da werden Bücher an frisch Verstorbene verschickt. Um bei den Angehörigen den Eindruck zu erwecken, das sei der letzte Wunsch des Verstorbenen gewesen. In der Hoffnung, sie gewähren ihm diesen. So könnten Sie Herrn Beer also irgendwann ein altes Feng-Shui-Buch zeigen, das Sie beim Aufräumen im Lager gefunden hätten und wohl noch von seinem ehrenwerten Papa stamme. Sie hätten mal darin geschmökert und bestimmt hätte er gewollt, dass, Sie wissen schon.

Mit Yin und Yan und freundlichen Grüssen
Ihr Chef vom Ganzen

Photo by digitalpimp (CC BY-ND 2.0)

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