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Alpenbitter mit Krawatte

Photograph Bar by Chip Tune on 500px

Lieber Chef vom Ganzen. Mein Kumpel und ich sind kürzlich nach dem ausgedehnten Feierabendbier dummerweise auf die Idee gekommen, noch einmal in der Bude vorbeizuschauen, weil dort immer eine Flasche Alpenbitter im Pausenraum steht. Sonst war niemand mehr da, und wir sind auf die zweite dumme Idee gekommen, die Krawatte des Chefs, die in seinem Büro hing, zu shreddern und mit den entstandenen Konfetti seinen Regenschirm zu füllen. Nun hat es sich bei der Krawatte aber offenbar um ein handgemaltes Unikat seiner verstorbenen Ehefrau gehandelt. Wie kann ich meine Gewissensbisse ohne teure Therapien bekämpfen? Anton, 32, Angestellter

Lieber Anton

Schmal ist der Grat zwischen Einfall oder Abfall. Sehr schmal sogar. Das durfte ich in den Kreativabteilungen diverser Werbeagenturen immer wieder erleben. Ideen finden geht meist wie von selbst. Besonders in dem bitteren Zustand, in dem Sie und Ihre Kumpel sich befanden. Die Kunst besteht darin Gutes von Bösem zu unterscheiden.

Dafür braucht es einen Creative Director. Oder einen Nachtwächter. Einen wie Christoph Meili, der Heikles vor dem Shredder rettet. Bei so aussergewöhnlich kreativen und engagierten Mitarbeitern wie Ihnen, die freiwillig Überstunden im Büro leisten und Privates von Geschäftlichem nicht trennen, hätten beide Stellen ihre Daseinsberechtigung.

Von einer teuren Therapie würde ich in diesem Fall absehen. Nicht aber von einer ehrlich gemeinten Entschuldigung. Ob Sie und ihr Kumpel lieber Krawatten anmalen oder einen schönen Schirm aussuchen, überlasse ich Ihnen. Auf jeden Fall würde ich fürs Erste das Pausengetränk ersetzen. Warum nicht eine 500g Dose Ovomaltine mit persönlichem Schriftzug bestellen? Mit dem Wunschtext: Alpenbitter.

Mit einem Prosit
Ihr Chef vom Ganzen

Bild: 500px (CC BY-NC-ND 3.0)

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