Kategorie: Businessplan

Wie mache ich mich fit für die Selbständigkeit?

Dedication by Paul Mulligan

Ich möchte abseits meines (repetitiven) Bürojobs als Angestellte zumindest einen Teil der Ideen, die ich im Kopf habe, endlich umsetzen und damit meinem Ziel näherkommen, vom Ausland aus selbstbestimmt zu arbeiten. Als frühere (Fastprofi-)Spielerin kenne ich mich in der Tennisszene gut aus und bin auf einen Amerikaner aufmerksam geworden, der ein spezielles Fitnessprogramm inklusive Trainingszubehör anbietet – früher auch per DVD (die mir vorliegt) mittlerweile nur noch in seinen Studios in den USA. Ich bin von dem Programm überzeugt, würde es gerne in Europa bekannt machen und natürlich auch gerne finanziell partizipieren. Was raten Sie mir? Zunächst: wie kontaktiert man diesen Amerikaner am besten? Hat man in solchen Fällen als Einzelperson überhaupt eine Chance oder muss man sich als Unternehmen „darstellen“? Sollte ich versuchen, die DVDs in Europa per Internet als alleiniger Anbieter zu vertreiben (mit Versand aus Deutschland)? Werbung dafür könnte über Blogbeiträge laufen, die ich selbst schreiben kann und über Verlinkungen mit wirklich passenden, ausgewählten Websites. Oder sollte ich versuchen, ein System mit Trainerausbildungen und Lizenzstudios in Deutschland zu etablieren? (Ideen habe ich – aber für die Umsetzung eines solchen Plans hätte ich gerne Geschäftspartner an meiner Seite, da ich Neuling bin und nicht über Kapital verfüge). Als Alternative zu dieser Konzentration auf eine einzige Trainingsmethode kann ich mir auch vorstellen, eine Internetpräsenz mit den besten Fitnessübungen für Tennisspieler zu erstellen und die entsprechenden DVDS/Trainingsmittel per Internet zu vertreiben. Ich bin sehr gespannt, welche dieser Alternativen Sie gut finden und welche Expertentips Sie dazu geben möchten – ganz herzlichen Dank im Voraus! Senta (39), Dokumentationsassistentin in der Wissenschaft

Liebe Senta

Ihr Wunsch nach einer selbstbestimmten Arbeit aus dem Ausland spricht für ein Geschäftsmodell, das Ihnen viele Freiheiten lässt. Und damit eher gegen die Beschränkung auf den Vertrieb dieses einen Fitnessprogramms.

Kontakt aufnehmen, schadet aber nicht und geht so: Telefon in die Hand nehmen und anrufen. Ganz unverfroren. Erzählen Sie diesem Amerikaner Ihre Geschichte und Ihre Absicht, sein Programm in Europa bekannt zu machen. Führen Sie Ihre guten Kontakte in der Tennisszene als möglichen Vertriebskanal ins Feld. Und finden Sie heraus, ob, wie und warum dieses Programm in den USA erfolgreich ist. Welche Marketingmassnahmen haben zu wie viel Umsatz geführt?

Entscheidend für Ihren Erfolg als Lizenznehmerin sind nicht nur die Fitness-, sondern vor allem auch die Businesspläne. Sonst endet die Übung mit einem zünftigen Muskelkater.

Und beobachten Sie den Markt. Seit den guten alten Zeiten von Arnold und Pumping Iron gibt es mehr Fitnessprogramme, Kraftstudios und Personal Trainer als Proteine und Aminosäuren zusammen. Der klare Fokus auf Tennisspieler klingt interessant. Und passt zu Ihnen. Ob DVDs in Zeiten von Youtube noch erfolgsversprechend sind, scheint mir fraglich. Fitnessgeräte und vor allem Ergänzungsnahrung (Proteine) scheinen aber stark nachgefragt zu sein.

Am Ende ist es wie beim Tennis. Slice oder Topspin, Cross oder Longline – Sie entscheiden. Ganz allein. Schlag für Schlag.

Ich wünsche Ihnen einen ersten Aufschlag im Feld
Ihr Chef vom Ganzen

Photo by Paul Mulligan (CC BY-NC-ND 3.0)

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Wie finde ich eine Geschäftsidee?

Riding the Dolphin by David Blackwell

Guten Abend. Mein Name ist Steve Gilgen und ich komme aus der Schweiz. Leider ist mein Berufsleben bisher nicht gut verlaufen und einen Abschluss besitze ich leider auch nicht. Habe in schon fast allen Berufen im Baugewerbe gearbeitet, was mir aber gar nicht mehr zusagt. Ich und mein Kollege haben angefangen uns um zu schauen wie wir mit Import/Export unser Geld verdienen. Er hat bereits angefangen mit Western Reitsättel für Pferde, die er aus Paraguai importiert, aber er hat als guten Kontakt seinen Vater, der seit fast 20 Jahren in Paraguai lebt. Ich hab mir schon nächtelang Internetseiten um die Ohren geworfen und komme auf einfach gar keine Kontakte oder Tipps, wie ich da einsteigen kann oder Hilfe bekomme. Es wäre ein Traum endlich mit Herzblut Geld zu verdienen. Ich hoffe, Sie können mir Tipps geben. Steve Gilgen, Messebauer, 27.

Lieber Steve

Sie werden es schaffen. Das Wichtigste für den Aufbau eines erfolgreichen Geschäfts steckt in Ihnen. Auch ohne Abschluss. 1975 brach Bill Gates sein Mathematikstudium an der Harvard University ab. Mark Zuckerberg verabschiedete sich 2006 in Harvard ebenfalls ohne Diplom.

Sie benötigen auch kein (eigenes) Geld. Das holen Sie sich bei Investoren. Das Einzige, was Sie unbedingt brauchen, ist der unbedingte Wille es zu schaffen. Und den haben Sie doch. Oder etwa nicht? Eben. Dann fehlt nur noch eine Geschäftsidee für die Sie Ihr Herzblut vergiessen. Und zwar in Strömen.

Diese Idee finden Sie weder im Internet noch in irgend einem Ratgeber. Viel einfacher. Reden Sie mit Ihrem Vater. So wie Ihr Kollege mit den Reitsätteln. Sprechen Sie mit Ihrer Freundin, Ihrer Mutter, Ihren Freunden. Reden Sie für einmal nicht über Autos und Fussball. Sondern über Probleme. Kleine, alltägliche Probleme, die Sie umtreiben. Finden Sie heraus wofür es noch keine Lösung gibt. Oder was Sie besser machen würden.

Das kann ein besserer Kaffee sein (Starbucks), ein besserer Hamburger (McDonalds), ein günstigeres Kilo Mehl (Migros), ein schönerer Nagellack (Maybelline). Suchen Sie nicht zu weit. Es müssen nicht Reitsättel für Delphine sein. Wenn Sie der bessere, günstigere, verlässlichere oder einzige Coiffeur, Bäcker, Automechaniker, Spengler, Treuhänder, Maler, Bauunternehmer im Dorf sind, werden Sie erfolgreich sein.

Schreiben Sie auf worin Sie besser sind oder sein wollen als alle anderen. Dann haben Sie Ihre Idee. Und wenn Sie auch noch jemanden finden, der Ihnen Geld dafür gibt, damit Sie das tun, was Sie am besten können, dann haben Sie nicht nur eine Idee, sondern ein Business. Folgen Sie Ihrem Herz und Ihrem Bauchgefühl.

Sobald Sie eine Business-Idee haben, holen Sie sich kostenlose Unterstützung bei der Firmengründung. Und wenn nicht, kriegen Sie von mir hier nochmals einen Tritt ein den Hintern.

Mit Sporen am Fuss
Ihr Chef vom Ganzen

Photo by David Blackwell (CC BY-NC-ND 3.0)

Macht Chef sein glücklich?

room with a view

Lieber Chef vom Ganzen. Mein Problem: ich bin schon Chef über einen kleinen Betrieb. Nun ist es aber so, dass mich diese Arbeit nicht befriedigt. Das ständige auf und ab der Auftragslage gepaart mit dem ruinöse Preiskampf führen unweigerlich dazu. Ich möchte selbständig bleiben aber meine Energie besser einsetzen. Was rät ein Chef einem anderen Chef in dieser Situation. Erich (40), Haustechniker

Lieber Erich

Chef sein macht per se nicht glücklich. Die Ungewissheit nagt am Selbstvertrauen des Unternehmers. Macht ihm Angst. Macht ihn fertig. Raubt ihm Zuversicht, Schlaf und Energie. Auch der beste Businessplan ist am Ende nur ein Plan. Kommt der Auftrag oder kommt er nicht? Niemand weiss, was morgen ist. Weder die Angestellten, noch der Chef, noch der Chef vom Chef, also der Kunde. Alle tappen im Dunkeln.

Das ist nicht nur in einem Haustechnik-KMU so, sondern auch bei börsenkotierten Unternehmen. Dort sind es Analysten, die aus immer komplexeren Modellrechnungen immer verzweifelter versuchen, Erfolgsquoten abzuleiten. Und die Investoren, die in hemmungsloser Gier und nach purem Gutdünken darauf wetten.

Casino-Kapitalismus, sagte dazu einst Jean Ziegler. Ein Spiel also. Vielleicht hilft es Ihnen als Chef, das Unternehmertum als Spiel zu sehen. Ein Spiel mit immer wieder erstaunlich hohem Glücksfaktor. Das wird Ihnen jeder Geschäftsmann demütig bestätigen.

Bei diesem Spiel mitzuspielen, ist spannend. Vor allem, weil in der Marktwirtschaft, im Gegensatz zum Casino, nicht immer die Bank gewinnt. Die Ungewissheit der Auftragslage und den Preiskampf zu einem gewissen Grad einfach als Teil des Spiels, als Zufalls- oder Glücksfaktor zu akzeptieren, nimmt viel Last von Ihren Schultern. Spielen Sie mit. Riskieren Sie. Überraschen Sie. Erhöhen Sie den Einsatz. Pokern Sie. Setzen Sie Ihre Gegner schachmatt. Unternehmer sein heisst Verkäufer sein. Verkaufen ist ein Spiel. Und es macht Spass.

Das mag naiv klingen, ist aber ungemein wohltuend. Und gibt Energie für die Dinge, die Freude am eigenen Geschäft machen: überraschende Lösungen für Probleme finden, daraus Produkte und Dienstleistungen entwickeln und Menschen für diese Ideen begeistern.

Alles auf Rot
Ihr Chef vom Ganzen

Bild: 500px (CC BY-NC 3.0)

Ein Tritt in den Hintern

The Winner by Andrius Petrucenia

In den letzten Jahren ist es beruflich bei mir etwas festgefahren – Sie verstehen wahrscheinlich ganz gut, was ich damit meine. Guten Ideen – auch für eine evtl. Selbständigkeit – hätte ich zwar genug, was mir aber immer ein bisschen Probleme bereitet, ist die Umsetzung. Wahrscheinlich fehlt es neben der ganzen Kreativität ein bisschen an Struktur, vielleicht auch an Macherqualitäten. Doch warum sollte ich diese bei mir nicht entdecken? Da ich nun aber gelesen habe, dass man als Selbständiger am Anfang das Meiste selbst und das auch ständig machen muss, mache ich mir dann doch noch etwas Sorgen. Ausserdem meinten schon viele meiner Freunde, dass ich einfach zu gut für diese Welt wäre, was doch eher schlecht für die Businesswelt ist. Trotzdem würde auch ich gerne mal den Ton angeben, besonders weil zu Hause die erste Geige schon jemand anderes spielt. Was soll ich machen? Können Sir mir einen Rat, etwas Mut oder auch einen verbalen Tritt in den Hintern geben? Thomas, 37 Jahre

Lieber Thomas

Es waren einmal zwei Mäuse. Beide wurden in einen Topf mit Sahne geworfen. Die eine Maus strampelte und strampelte aber gab bald auf und ertrank. Die andere strampelte so lange, bis sich die Sahne in Butter verwandelte und kletterte raus.

Beim Schritt in die Selbständigkeit geht es viel weniger um Ideen oder Kreativität oder Struktur oder Gutmütigkeit oder erste Geigen, sondern ums Strampeln. Sie können aus jeder halbwegs vernünftigen Geschäftsidee ein florierendes Business machen. Suchen Sie nicht zu weit. Beginnen Sie mit dem, was Sie verdammt gut können. Haare schneiden, Blumen binden, Autos reparieren, Gipfeli backen, Kleider nähen, Werbetexte auf Französisch übersetzen, Kinder hüten, Olivenöl anbauen, Taxi fahren, Kaffee kochen, Hamburger brutzeln.

Wenn Sie länger strampeln als die anderen, werden Sie als Sieger aus dem Topf steigen. Die Frage ist, was Sie zum Strampeln bringt. Und wie Sie strampeln. Zuerst zum was: Im Moment denken Sie zu viel nach. Über diese Idee und jene Möglichkeit und das könnte ich noch machen und das wäre auch noch interessant. Entscheiden Sie sich für etwas. Aus dem Bauch heraus. Aus dem Moment heraus. Geben Sie sich den Startschuss.

Dann strampeln Sie. Und zwar so: Sie nehmen den vermaledeiten Telefonhörer in die Hand und rufen ein paar Leute an, von denen Sie glauben, dass Sie bei Ihnen bestellen könnten. Und zwar noch bevor Sie ein Logo machen oder eine Broschüre zusammenbrünzeln. Definieren Sie drei, vier, fünf Wunschkunden und telefonieren Sie. Erzählen Sie denen, was Sie vorhaben anzubieten. Hören Sie gut zu. Die werden Ihnen 1:1 sagen, was an Ihrem Angebot interessant ist und wo noch Erfolgsreserven liegen.

Jetzt richten Sie Ihr Business nach den Bedürfnissen dieser Kunden aus und finden weitere Kontakte, die genau dasselbe wollen. Sobald Sie die ersten Aufträge erledigt haben, holen Sie Feedback ein, stellen das auf Ihre Website und schicken Mailings mit dem Link darauf an weitere Wunschkunden. Dann telefonieren Sie diese ab und vereinbaren einen Termin.

Es klingt so einfach. Und das ist es auch. Alle, die Ihnen etwas anderes erzählen, sind Angsthasen, Pessimisten, Neider oder andere Mäuse, die in der Sahne ersaufen.

Im Strampelanzug
Ihr Chef vom Ganzen

Photo by Andrius Petrucienia (CC BY-SA 3.0)

Wie werde ich Chef?

I AM KING by Simon Pang

Lieber Chef vom Ganzen. Ich bin Sachbearbeiter in einem KMU mit 40 Leuten und stehe irgendwo in der Mitte der Hierarchie. Das heisst: Ich kann den Stift schicken, ùm Gipfeli zu holen, aber bei Sitzungen mit dem Kader muss ich meistens das Protokoll schreiben, wenn keine Sekretärin da ist. Meine Frage ist kurz und einfach: Wie werde ich Chef vom Ganzen? P. Geiger (29), Sachbearbeiter

Lieber Herr Geiger

Es beginnt damit, dass Sie die Gipfeli selber backen. Damit beeindrucken Sie Ihren Stift, das Kader und entwickeln das, was einen Chef ausmacht: Eigeninitiative.

Und gleich noch ein Tipp: Schreiben Sie das Protokoll fortan auch dann, wenn Ihre Sekretärin anwesend ist. Denn das Protokoll ist ein nicht zu unterschätzendes Macht- und Steuerinstrument. Anhand dessen lassen sich Sitzungen lenken und Entscheidungen herbeiführen. Es kommt darauf an, was Sie aus der Rolle des Protokollführers machen.

Sie ahnen es bereits. Chef sein hat mit Macht und Autorität zu tun. Und diese müssen Sie sich zuerst erarbeiten. Natürliche Autorität erhalten Sie, wenn Sie in den Augen Ihrer Mitarbeiter etwas besser können. Dann folgen sie Ihnen, weil sie darauf vertrauen, dass Sie es am besten drauf haben. Es lebt sich gut im Windschatten eines Siegers.

Streichen Sie Ihre Erfolge beim Kader hervor und machen Sie Ihre Mitarbeiter zu Komplizen. Die Treppe nach oben führt über die Schultern Ihrer Mitarbeiter. Wenn Sie es schaffen, dass Ihnen Gretel in den Wald folgt, haben Sie das Zeug zur Märchenkarriere.

Oder Sie gehen zurück auf Start. Als Gründer eines eigenen Unternehmens. Dann bestimmen Sie ab sofort alleine. Ohne Protokoll. Und die übrigen Gipfeli vom Frühstück essen Sie dann zum Znacht. Das Jungunternehmertum ist die Alternative zur Karriere als Konzernsoldat. Und macht aus eigener Erfahrung unheimlich viel Spass. Das Einzige, was Sie dazu brauchen, ist eine Idee, etwas Mut und einen Schuss Wahnsinn. Oder wie Steve Jobs es sagte: «Because the people who are crazy enough to think they can change the world, are the ones who do.»

Grosse Worte. Allerdings. Lassen Sie sich davon nicht abschrecken. Meist liegen die Ideen näher als Sie glauben. Google, Facebook und Apple sind Ausnahmen. Sie können auch mit Hamburgern oder Kaffee erfolgreich sein. Die Frage ist, was Sie daraus machen.

Mit unternehmerischen Grüssen
Ihr Chef vom Ganzen

Photo by Simon Pang (CC BY-ND 3.0)

Der Spitzbub

Croissant necklace

Lieber Chef. Ich arbeite seit 25 Jahren als Bäcker/Konditor. Ich mache Gipfeli und Weggli und Spitzbuben für einen Lohn von 4490.-/Monat. Jetzt möchte ich mich gerne neu orientieren. Mir schwebt Folgendes vor: Ich will etwas importieren oder herstellen, das es in der Schweiz noch nicht gibt und das alle gerne hätten. Ich wäre dann selbständig und mein Geschäft würde praktisch von selber laufen, weil ich dieses Ding dann nur noch verschicken muss. Also gerade das Gegenteil von den Weggli, die ich jeden Tag neu machen muss, weil sie die Leute ja immer wegessen. Leider weiss ich nicht, was dieses Ding sein könnte. Haben Sie eine Idee? René (43), Bäcker/Konditor

Lieber René

Gipfeli ist nicht gleich Gipfeli. Das wusste vor mehr als 40 Jahren schon Fredy Hiestand. Der arbeitete nach der Bäckerlehre zuerst als Taxifahrer, hörte auf zu rauchen um noch mehr Geld zu sparen und eröffnete 1967 mit dem ersparten Geld und einem 5000-Franken-Darlehen vom Götti in einer ausgedienten Wäscherei seine erste Bäckerei. Der Rest ist tiefgekühlte Geschichte. 300 Millionen Umsatz und 1800 Mitarbeiter.

Ob man Spitzbuben auch tiefkühlen kann, weiss ich nicht. Aber was ich weiss, ist, dass Sie unbedingt das tun sollten, was Sie am liebsten tun. Und das ist nicht Geld verdienen. Denn das tun nur die Banker in der Schweiz. Geld verdienen per se ist kein Tun. Geld verdienen ergibt sich erst aus Ihrem Tun, wenn es denn ein erfolgreiches Tun ist.

Im Moment tun Sie es für jemand anders. Um das zu ändern, brauchen Sie eine Idee. Und die liegt meist näher als Sie denken. Warum wollen Sie irgendein Ding importieren, wenn Sie es selbst backen können? Warum machen Sie es nicht genau umgekehrt und exportieren ein Ding, das die Leute immer wegessen? Und das Sie jeden Tag neu machen müssen?

In Griechenland, Portugal, Italien und Spanien essen sie hartes Brot. Nicht nur wegen dem Euro. Die wissen einfach nicht wie man gutes Schweizer Brot macht. Da könnten Sie wunderbar auftrumpfen mit Ihren Gipfeli, Weggli und Spitzbuben. Da könnten Sie irgendwo an einem schönen Ort am Meer ihre eigene Bäckerei aufmachen, wenn das ihr Ding ist, oder bestehenden Bäckereien Ihre Rezepte verkaufen.

Was Sie machen müssen, ist kein Businessplan. Sondern Urlaub. Und zwar da, wo es Ihnen wirklich gefällt. Und einfach mal mit allen Brotmachern, die Sie antreffen, ins Gespräch kommen. Dort werden Sie mehr über Ihr zukünftiges Business erfahren als an jedem Businessplan-Workshop.

Den Fünfer und das Weggli wünscht Ihnen
Ihr Chef vom Ganzen

Bild: Flickr (CC BY-NC-ND 2.0)